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Preissturz bei Immobilien: Wann kommt er?

5. Oktober 2020

Ein Preissturz bei Immobilien ist bei vielen Experten der Branche ein Dauerthema. Durch die Corona-Krise hat das Thema wieder neuen Aufwind bekommen. Zeit, sich einen Gesamtüberblick zu verschaffen.

Kurzfazit: Seit der Erholung von der Finanzkrise 2008 sind die Immobilienpreise ab 2010 konstant gestiegen. Vor allem private Käufer warten seitdem vergeblich auf einen Immobilien-Preissturz. Doch ein Ende ist nicht in Sicht und daran wird auch Corona nichts ändern.

Immobilienpreisentwicklung: Das sind die Gründe für den Anstieg

Die Hauptgründe für die hohen Immobilienpreise sind vor allem die günstige Zinssituation und der steigende Bedarf an Wohnraum.

Die „Nullzinspolitik“ der EZB macht die Finanzierung für Immobilienkäufer einfacher und günstiger. Das bedeutet, mehr Menschen bekommen eine Finanzierung und bieten somit auch um Immobilien mit. Die Verkäufer können hingegen mehr für ihre Immobilien verlangen, da die potentielle Käuferschaft sich vergrößert.

Dazu kommt zum einen, dass das Bevölkerungswachstum in Deutschland – auch bedingt durch die Zuwanderung – weiter ansteigt und dass zum anderen mehr Menschen in Metropolregionen ziehen wollen. Die Anzahl der Haushalte steigt insbesondere in den Großstädten zudem weiter an, da dort die durchschnittliche Personenanzahl je Haushalt sinkt. Die erhöhte Nachfrage führt letztlich auch dazu, dass sich die Mieten erhöhen und Wohnraum interessanter für Investoren wird.

Ebenso gibt es weitere kleinere Gründe wie den Mangel an Bauland – vor allem in Metropolregionen. Das Angebot wächst insgesamt also langsamer als die Nachfrage.

Solange sich diese Entwicklungen fortsetzen, ist auch ein Preissturz für Immobilien in naher Zukunft unwahrscheinlich.

Preissturz bei Immobilien durch Corona: Die Lage

Zu Beginn der Corona-Pandemie rechneten viele Experten mit einer Trendwende („Immobilienboom vor dem Ende?„). Die Gründe dafür lagen auf der Hand: Die Immobilienkäuferschaft stellt große Investitionen wie die einer Immobilie zurück. Die Unwissenheit in Bezug auf den Arbeitsplatz oder auch drohende Kurzarbeit und das damit verbundene geringere Einkommen sorgen für eine zurückhaltende Einstellung. Hinzu kommen ggf. noch Verluste am Kapitalmarkt, welche zu weniger Eigenkapital führen.

Doch der Immobilienmarkt zeigt sich bisher trotz dieser Faktoren unbeeindruckt. Zwar stagnierte er kurzzeitig, da auch Besichtigungen und Besorgung von Dokumenten während des „Shutdowns“ schwieriger waren. Doch spätestens seit dem Ende des Lockdowns ist auch der Immobilienboom wieder voll auf Kurs und kein Preissturz bei Immobilien abzusehen.

Dazu kommt, dass durch Corona der Trend zum „Homeoffice“ weiter angetrieben wurde. Noch immer arbeiten Menschen teilweise von zuhause. Und auch zukünftig können sich immer mehr Arbeitnehmer und auch Arbeitgeber vorstellen, die Zeit im Homeoffice auszuweiten. Das würde bedeuten, dass der Wohnraum zu Hause noch wichtiger wird. Statt eines Preissturzes spricht dieser Aspekt also sogar eher für einen weiteren Anstieg der Immobilienpreise.

Immobilien-Preissturz – Fazit: Kein Ende in Sicht

Die Wohnungsknappheit in Deutschland hält weiter an, – ebenso die Zinssituation in Europa. Auch eine große und lang anhaltende Rezession in Deutschland ist trotz Corona nicht absehbar, auch wenn die Langzweitauswirkungen der Pandemie noch immer schwer zu beurteilen sind.

Einen Preissturz am Immobilienmarkt wird es daher auch in naher Zukunft vermutlich nicht geben. Ganz im Gegenteil, schon jetzt zeigt sich, dass die Immobilienpreise weiter ansteigen und ein Ende des Booms – insbesondere in vielen Großstädten – nicht aufzuhalten ist.